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Sigismund Forster.


Von

Ida Gräfin Hahn-Hahn.

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Berlin.

Verlag von Alexander Duncker,

Königl. Hofbuchhändler.


1843.

1. Am Rhein.


Im Gasthof zum Stern in Bonn saß eine Gesellschaft fröhlicher Studentenbeisammen. Sie tranken lebhaft und sprachen noch lebhafter überrosenrothe Mädchen und graue Professoren, und zwar nach Studentenart,nämlich so, daß am Ende sonnenklar erwiesen wurde, wie kein Mädchenhübsch genug und kein Professor geistreich genug sei, um von Studentensonderlich beachtet zu werden. Darin stimmten Alle überein, auch die,welche eben zum Beginn der Wintervorlesungen nach Bonn gekommen waren,und folglich von dessen Professoren nur die Namen, und von dessenhübschen Mädchen nur das wußten, was ihnen die schnellgewonnenenFreunde, die schon länger da gewesen waren, von ihnen erzählten. Mittenin dieser allgemeinen[2]Weiberverachtung sprang ein junger Mensch lebhaftauf und ans Fenster und rief:

„Sacristi! da geht ein bildschönes Mädchen!“

Die Hälfte seiner Gefährten sprang ihm nach, aber das Mädchen war schonverschwunden.

„Wer war es? wie sah sie aus?“ fragten sie ihn.

„Die ist schön!“ wiederholte er und sah mit seinen dunkeln leuchtendenAugen unverwandt auf den Platz hinaus.

„Diese Pomona etwa?“ fragte der Eine und zeigte auf eine recht hübscheObstverkäuferin, die mit einem Korb voll Weintrauben sich dem Fensternäherte, als sie die jungen Leute an demselben sah.

„Oder diese Meduse mit den schwarzen Schlangenlocken?“ fragte einAnderer, auf eine ältliche Engländerin zeigend, die am Arm ihres Gattenauf den Gasthof zuschritt.

„Wozu habt Ihr Augen, wenn Ihr damit nicht zu sehen versteht?“ rief derjunge Mann, kehrte zu den Gefährten am Trinktisch zurück, setzte sich,und sprach zu dem Einen: „Friedrich! wer war das Mädchen?“

„Ich bin zwar ein großer Anhänger des animalischen Magnetismus, meinAlter, entgegnete Friedrich ernsthaft, aber so weit hab’ ich’s doch noch[3]nicht gebracht, um mich mit allen Frauenzimmern in Bonn dermaßenin magnetischen Rapport gesetzt zu haben, daß ich, wenn ich mit demRücken nach dem Fenster gekehrt sitze, sagen könnte, wer diejenige ist,welche grade über die Straße geht.“

„Zum Teufel Dein Magnetismus!“ rief Jener; „damit hat das Mädchennichts zu schaffen, denn es sieht weder blaß noch krank aus.“

„Nun, so gieb mir ihr Signalement,“ sagte Friedrich, „dann werd’ ichsie Dir vielleicht nennen können.“

„Ja, ihr Signalement!“ riefen die Uebrigen, „wir wollen sie auchkennen, wenn wir ihr begegnen.“

„Das ist leicht zu geben: groß, schlank, blond, Wangen zum Küssen, Mundzum Küssen“ .... —

„Tosca Beiron!“ unterbrach ihn Friedrich; „einz

...

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